Glastürscharniere mit und ohne Glasbohrung: So finden Sie das passende
Die Kurzantwort
- Mit Bohrung oder Ausschnitt: Scharnierarme und Klemmscharniere, hoher Funktionsumfang mit Schnäpper, Zuhaltung oder Schließautomatik.
- Ohne Bohrung: Zapfenbänder und Scharniere, die das Glas ohne Bearbeitung halten. Gut für Nachrüstung.
- Immer prüfen: einliegend oder aufliegend, Glasdicke, Öffnungswinkel und Anschlagseite.
Eine Glastür steht und fällt mit ihren Scharnieren. Sie tragen die Tür, bestimmen den Öffnungswinkel und entscheiden, ob das Glas bearbeitet werden muss. Für Vitrinen und Möbel gibt es zwei große Gruppen: Scharniere, die in eine Bohrung oder einen Ausschnitt im Glas greifen, und solche, die ohne Glasbearbeitung auskommen. Dieser Fachbeitrag erklärt beide und zeigt, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Die wichtigsten Begriffe
- Einliegend: Die Tür sitzt bündig innerhalb des Korpus.
- Aufliegend: Die Tür liegt vor dem Korpus und überdeckt die Kante.
- Wand-Glas: Die Tür wird an einer Seitenwand, etwa aus Holz oder Metall, befestigt.
- Glas-Glas: Die Tür schlägt an einer Glasseitenwand an, im Winkel von 90° oder 180°.
- Schnäpperfunktion, Zuhaltung, Schließautomatik: Das Scharnier hält die Tür geschlossen oder zieht sie selbst zu.
Scharniere mit Bohrung oder Ausschnitt
Diese Scharniere greifen in eine Bohrung oder einen Ausschnitt im Glas. Das ergibt eine präzise, belastbare Befestigung und erlaubt viele Zusatzfunktionen. Bei Sicherheitsglas müssen Bohrungen und Ausschnitte vor dem Vorspannen gesetzt werden (siehe ESG oder VSG). Die folgende Übersicht zeigt Beispiele aus der Rubrik Glastürscharniere mit Glasbohrung / -ausschnitt.
| Artikel | Merkmale | Glasdicke |
|---|---|---|
| Scharnierarm 40075ff | Schließautomatik und Schnäpperfunktion, 90°, einliegend oder aufliegend (6 / 13 mm), Stahl mattvernickelt | 4 bis 6 mm |
| Glastürscharnier 41096322 | Mit Zuhaltung, einliegend, ca. 105°, Messing glanzverchromt | 4 bis 6 mm |
| Zapfenband 40061ff | Einliegend, Messing-Führungsbuchse mit Zwischenlage, glanzverchromt oder Edelstahlfinish | 6 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 41300ff | Mit Klemmplatte und Hülsenschraube: Wand-Glas einliegend, Glas-Glas 180° oder 90°, Messing verchromt | 6 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 40300108 | Schnäpper, einliegend, höhen- und seitenverstellbar, 170° bis 210°, Zink mattvernickelt | 4 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 40301108 | Schnäpper, aufliegend, 230°, rechts und links verwendbar | 5 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 40310108 | Schnäpper, einliegend, Glas-Glas, verstellbar, 170° bis 210° | 4 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 40311108 | Schnäpper, aufliegend, Glas-Glas, 270° | 5 bis 8 mm |
Zubehör zum Scharnierarm
Zum Scharnierarm 40075ff gibt es passendes Zubehör: die Blitz-Montageplatte 40080ff für die automatische Kupplung, die Frontplatte 40085ff in rund oder abgerundet und die Abdeckplatte 40087ff in schwarz oder mattvernickelt.
Scharniere ohne Bohrung
Hier bleibt das Glas unbearbeitet. Die Scharniere werden an der Glaskante bzw. Ecke befestigt, etwa als Zapfenband mit Führungsbuchse. Das ist ideal, wenn bereits Glas vorhanden ist oder nachgerüstet wird. Beispiele aus der Rubrik Glastürscharniere ohne Glasbohrung:
| Artikel | Merkmale | Glasdicke |
|---|---|---|
| Zapfenband 40053322 | Einliegend, Messing-Führungsbuchse, rechts und links verwendbar, Messing glanzverchromt | 4 bis 6 mm |
| Zapfenband 40060322 | Massiv, einliegend, Führungsbuchse mit Zwischenlage, Messing glanzverchromt | 6 bis 8 mm |
| Zapfenband 41053108 | Einliegend, Führungsbuchse, Öffnungswinkel 105°, Zink mattvernickelt | max. 5,2 mm |
| Glastürscharnier 40151122 | Mit Zuhaltung, einliegend, Öffnungswinkel 170°, Zink glanzverchromt | 5 bis 6 mm |
| Glastürscharnier 41321302 | Einliegend, Messing verchromt | 4 bis 6 mm |
| Glastürscharnier 41325ff | Einliegend, Messing verchromt | 4 bis 8 mm |
| Glastürscharnier 41330ff | Einliegend, Messing verchromt | 4 bis 8 mm |
Mit oder ohne Bohrung?
| Mit Bohrung oder Ausschnitt | Ohne Bohrung | |
|---|---|---|
| Glas | Muss vorbereitet werden, bei ESG vor dem Vorspannen | Bleibt unbearbeitet |
| Nachrüstung | Nur mit passendem Glas | Gut möglich |
| Funktionen | Viele: Schnäpper, Schließautomatik, Zuhaltung, Verstellung | Meist schlichter, teils mit Zuhaltung |
| Optik | Sehr kompakt und präzise | Klassisch, Zapfenbänder sichtbar |
| Planung | Genaue Maße vorab nötig | Flexibler, Korrekturen leichter |
Alternativen: Für Vitrinen gibt es auch Scharniere zum UV-Verkleben und Magnetzuhaltungen und -schnäpper. Wer Schiebetüren bevorzugt, findet Hilfe in Glasschiebetürbeschläge für Vitrinen und Möbel.
Auswahlkriterien
- Glasdicke: Sie muss im Klemm- oder Aufnahmebereich liegen, zum Beispiel 4 bis 6 mm, 6 bis 8 mm oder 4 bis 8 mm.
- Einliegend oder aufliegend: Davon hängt die Bauart ab. Aufliegende Türen brauchen andere Scharniere als einliegende.
- Anschlag: Wand-Glas oder Glas-Glas, bei Glas-Glas zusätzlich 90° oder 180°.
- Öffnungswinkel: Von rund 90° bis über 200°, je nach Scharnier.
- Funktion: Schnäpper, Zuhaltung oder Schließautomatik, dazu Höhen- und Seitenverstellung.
- Türgewicht: Glas wiegt etwa 2,5 kg je m² und mm. Bei hohen oder schweren Türen sind mehr Scharniere nötig, die Herstellerangaben sind maßgeblich.
- Material: Messing verchromt, Zink mattvernickelt oder Edelstahlfinish, passend zu Griff und Schloss (siehe Beschläge für Laden- und Innenausbau).
Montage-Tipps
- Maße vor der Bestellung klären: Lage und Durchmesser der Bohrungen, Ausschnitte und Fugen nach Datenblatt.
- Zwischenlagen nutzen: Metall darf nicht direkt auf Glas sitzen, Einlagen verteilen den Druck.
- Schrauben nicht überdrehen: Klemmplatten gleichmäßig anziehen.
- Tür ausrichten: Bei verstellbaren Scharnieren Höhe und Seite einstellen, bis die Fuge gleichmäßig ist.
- Glaskanten schützen: Sie sollten geschliffen oder poliert sein.
Checkliste
- Glasart und Glasdicke festgelegt
- Einliegend oder aufliegend geklärt
- Anschlag (Wand-Glas oder Glas-Glas) bestimmt
- Mit oder ohne Bohrung entschieden
- Bohrungen und Ausschnitte vor dem Vorspannen eingeplant
- Türgewicht und Zahl der Scharniere geprüft
- Zubehör und passende Oberfläche gewählt
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einliegend und aufliegend?
Bei einliegenden Glastüren sitzt die Tür bündig innerhalb des Korpus. Bei aufliegenden Türen liegt sie vor dem Korpus und überdeckt die Kante.
Brauche ich für Glastürscharniere eine Bohrung im Glas?
Nicht immer. Scharnierarme und Klemmscharniere arbeiten mit Bohrung oder Ausschnitt, Zapfenbänder und Scharniere ohne Glasbohrung werden ohne Bearbeitung des Glases befestigt.
Wann müssen Bohrungen im Glas gesetzt werden?
Bei vorgespanntem Glas, etwa ESG, müssen Bohrungen und Ausschnitte vor dem Vorspannen gesetzt werden. Nachträglich ist keine Bearbeitung möglich.
Welche Glasdicke passt zu welchem Scharnier?
Jedes Scharnier ist für einen bestimmten Klemmbereich ausgelegt, zum Beispiel 4 bis 6 mm, 6 bis 8 mm oder 4 bis 8 mm. Die Glasdicke muss in diesem Bereich liegen.
Wie viele Scharniere brauche ich pro Tür?
Üblich sind zwei Scharniere, bei hohen oder schweren Türen mehr. Die Angaben zur zulässigen Belastung des jeweiligen Scharniers sind maßgeblich.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Beachten Sie die Angaben des jeweiligen Herstellers zu Glasdicke, Belastung und Montage.